Nimm es unbedingt persönlich

Wer antwortet eigentlich, wenn du „Ich“ sagst oder denkst? In unserer Persönlichkeit erleben wir manchmal ein regelrechtes Chaos von unterschiedlichen Ichs. Das kann sehr extrem sein, denn sie verhalten sich mitunter konträr zueinander. Dieser Blogbeitrag ist ein Versuch, Bewusstsein für die vielen Instanzen des eigenen Ichs zu schaffen. Deshalb nimm es unbedingt persönlich.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Du kennst den Buchtitel (oder vlcht auch das Buch) von Richard David Precht. Nur mal nebenbei: Dieses Buch hat damals Harpe Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ nach über 100 Wochen von dem ersten Platz der Sachbuch-Bestseller-Liste verdrängt. Precht wollte mit seinem Buch die Lust am Denken wecken und trainieren sowie zu mehr Selbsterkenntnis anregen.

Die Frage „wenn ja, wie viele“ spielt meines Erachtens bei jeder Form der Selbsterkenntnis die Hauptrolle.

 

Wir sind ganz wunderbare, sehr komplexe Wesen. Und doch oder genau deshalb ist es oft zum Durchdrehen, weil wir immer wieder sehr widersprüchlich mit uns selbst umgehen. Z.B. wenn wir uns eine Frage stellen, können wir sie uns in allen erdenklichen Richtungen beantworten, je nachdem, wie wir gerade drauf sind.

Oder wenn wir eine neue Idee haben, geschehen komplexe Dinge in uns: Wir sind motiviert, euphorisiert, voller Tatendrang. Und dann; von einer Sekunde auf die nächste machen wir uns ohne Weiteres die eigene Idee kaputt. Wir lassen uns von den eigenen Gedanken und Gefühlen verunsichern, enttäuschen und schwächen. Obwohl es sich um ein und derselben Sache handelt.

Wieviele Ich-Instanzen auch immer wir in uns tragen, sie wollen alle mitreden.

 

Gut also, die positiven Gedanken im Vordergrund zu halten. Doch wenn wir uns darum bemühen, ist es oft ebenfalls zum Verzweifeln, weil sich trotz allem die anderen Gedanken dazwischen- oder gar vordrängeln. Wenn wir ehrlich sind, haben wir keine wirklich große Macht darüber. Denn je mehr wir uns auf der einen Seite bemühen, desto mehr unterdrücken wir auf der anderen Seite. Bis zu dem Moment, wo wir uns etwas vormachen. Und dies gleicht dann eher einem Theaterspiel. Wir sind tief in dem Dilemma angekommen und kreieren uns das eigene Drama mit unvorhersehbaren Ausgang.

Indem wir uns etwas vormachen, trennen wir uns von der Sache.

 

Wir lassen uns nicht mehr wirklich von ihr berühren, denn dann würden wir sofort erkennen, dass dies nicht die wahre Wirklichkeit ist. Solche Spiele spielen wir äußerst intelligent. Wir werden sogar zu Profis der Selbstverar….

Übrigens funktioniert dies in alle Richtungen, auch mit den schlechten Gedanken und wirklich allen Wenn- und Aber-Gedanken… Unsere Ich-Identitäten agieren an der Oberfläche aus einem Gefühl der Abtrennung heraus.

Wie können wir diesen Kreislauf verlassen?

 

Die einzige Rettung scheint meiner Erfahrung nach Meditation zu sein. Auf dem Weg der Meditation, oder besser auf dem Weg unserer spirituellen Entwicklung, werden uns in der Meditation die vielen unterschiedlichen Ich-Instanzen bewusst. Wir begegnen ihnen auf allen erdenklichen und nicht erdenklichen Ebenen. Hierbei geschieht eine Bewusstwerdung, die die Vielfalt der inneren Instanzen in einer verbundenen Einheit vergegenwärtigt.

Wir können die vielen Ich´s einordnen und ihnen ihren zugehörigen Platz geben. Wir bestimmen und agieren selbst ohne, dass wir von Ihnen überrollt werden. So bleiben wir auf dem richtigen Weg und leiten die richtigen Handlungen für unser tägliches Leben ab.

Meditation im dynamischen Prozess

Die Meditationsformen, die diesen Erkenntnisprozess erzeugen, indem wir den jeweiligen Zustand der Trennung überwinden, sind  dynamisch. Das bedeutet, die Methodik der Meditation hat die Kraft das eigene Bewusstsein umzuwandeln. Diese Meditationsformen ändern Bewusstheit in die weiten, unendlichen Welten des göttlichen Seins hinein und damit die Art zu sein.

Der innere Erkenntnisraum dehnt sich in alle Welten und Reiche hinein aus. Du erlebst Verbundenheit und Einheit des Weltlichen ins seiner Ganzheit und erfreust dich gleichzeitig an ihrer Vielfalt. Du erkennst dich als Teil dieser Welt und interagierst mit ihr. Deine komplette innere Haltung verändert sich.

Soulful Meditation ist eine solche Meditationsform.

 

Doch darf man nun nicht das schnelle oder komplette Heil erwarten. Es bleibt immer eine gewisse Unsicherheit im eigenen Tun zurück, egal wie weit man sich entwickelt. Denn wir betreten bei jeder Bewusstseinswerdung neue Felder des Daseins in der Welt.  Oder wir stehen vor neuen Aufgaben und Herausforderungen. Das große Geschenk bei dynamischen Meditationen ist die deutliche Verringerung von Unsicherheit. Und es ändert sich dein komplettes Handlungsfeld. Du beginnst, einfach zu tun. Du tust alles trotzdem, denn keine Unsicherheit wird dich aufhalten.

 Es gibt keine oder viel weniger „Ich wünschte, ich hätte damals…“

 

Du erkennst. Du lernst. Du machst. Du korrigierst. Du machst weiter.

Love
Kun Ya

PS: Meine Lehre des Kan Yu ist eine Seinslehre, mit der du in die tiefsten Ebenen des ICH BIN gelangst. Geführt aus Liebe in die Liebe,  gemeinschaftlich, Ko-kreativ und sinnstiftend. Wenn du hier mehr wissen möchtest, schau dich gerne auf meiner Webseite um, oder melde dich einfach bei mir: kunya@kanyu-zentrum.de

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