entscheidungen treffen

Wie du intelligente Entscheidungen triffst

Soll ich oder soll ich nicht? – Abwägen hilft dir meist nicht weiter

Den neuen Job annehmen oder lieber doch ablehnen? Die Beziehung auflösen oder lieber doch bleiben? In der Stadt wohnen oder lieber doch auf dem Land? Heute auf die Party gehen oder lieber doch Zuhause bleiben? …

Das dumme ist, dass sich die Optionen nicht einfach in richtig oder falsch, ja oder nein, gut oder schlecht, was spricht dafür- was dagegen einordnen lassen. Du kannst eine ewig lange Pro- und Contraliste aufstellen, alles abwägen oder hin und her wägen und du bleibst trotzdem unsicher.

Hinzu kommt der Kampf der Giganten: Der Bauch sagt „ja“ und der Verstand sagt genau das Gegenteil, oder umgekehrt – mal so, mal so. Du drehst dich im Kreis. Und desto länger du dich herumquälst, desto schwieriger wird es überhaupt zu entscheiden. Du wirst müde, gereizt, kraftlos, verzweifelt.

Ein wichtiges Thema. Um so mehr freue ich mich über die Blogparade #jetztentscheideich – Wege und Tipps für gute Entscheidungen.
Du befindest dich schon mitten in meinem Beitrag.

Was geschieht eigentlich in Entscheidungsprozessen?

Liegt die Aufgabenstellung darin, dass jede Option nicht ausschließlich positiv oder negativ ist? Blöderweise findest du meistens in allen Optionen beides. Du versuchst nun herauszufinden, welche die bessere von beiden ist? Oder hast du Angst, einen Fehler zu machen oder einen falschen Weg einzuschlagen? Fürchtest du dich vor den Konsequenzen?

Wenn dem so ist, ist es eigentlich sehr berechtigt, denn es geht vielen Menschen so. Der Philosoph S∅ren Kierkegaard schrieb seinerzeit schon über die offensichtliche Beschlussunfähigkeit der Menschen, ihm folgen (und gingen voran) so einige Philosophen, Psychologen, Kommunikationswissenschaftler und und und. Du bist also nicht alleine.

Von deinen Entscheidungen hängt viel ab.

Sie prägen dich und gestalten dein Umfeld. Somit ist jede Entscheidung selbstgestaltend. Es geht um die Fragen „Wer bist du? Wer willst du sein? – mit allen Konsequenzen. Dein „Ich“ kann aus einer Dritten Instanz für sich selbst wählen und entscheiden.

Sinnverwirklichung ist deine Motivationskraft.

Ich selbst entscheide im Alltag und ändere dann diese Entscheidungen wieder. Meine Tochter wirft mir deshalb regelmäßig Inkonsequenz vor. Ich muss ihr damit leider Recht geben, denn für die Umgebung ist dieses Verhalten mitunter anstrengend. Doch meistens handelt es sich bei diesen Entscheidungen um leichte Entscheidungen, ohne große Konsequenzen, bei denen es mir einfach egal ist, ob es so oder so gemacht wird.

Wenn ich mich beobachte, wie ich wichtige, schwere oder existenzielle Entscheidungen treffe, sieht das ganz anders aus.

Auf mein Leben zurück geblickt, verspüre ich zunächst einen Wunsch in mir, dem ich einfach relativ emotionslos nachgehe. Ich kann mich dann nie so richtig gedanklich auf die Situation konzentrieren. Das heißt ich kann weder das Alte noch das neue Denken. Ich handle einfach – fast schon wie fremdgesteuert. Das liest sich vielleicht jetzt komisch, deshalb gebe ich dir ein Beispiel:

Mein erster Beruf war Verwaltungsfachangestellte in einer öffentlichen Behörde in einem kleinen Ort am Niederrhein. Nach fast acht Jahren in diesem Beruf arbeitete ich im Bauamt. Damals sollte der historische Stadtkern saniert werden, doch die Art, wie hier Stadtplanung durchgeführt wurde, gefiel mir so gar nicht. Ein größeres Stadtplanungsbüro plante ca. 70 km entfernt, ohne sich den Ort richtig angeschaut zu haben. Offensichtlich schien das keinem außer mir so wirklich zu stören. Diese vielen Möglichkeiten, die auf dem Reißbrett nicht entdeckt wurden, die ganzen unbeachteten Optionen. Das tat mir in der Seele weh. Ich wollte mehr, vor allem mehr Handlungsspielraum. Doch das war aus der Position in der Behörde nicht möglich. Ich entschied kurzerhand die Behörde zu verlassen und Architektur zu studieren.

Und hier fing dann das gefühlt fremd gesteuerte Handeln an. Ich kündigte, bewarb mich bei meiner Wunschhochschule in Aachen, besorgte mir ein Baustellenpraktikum (dass Voraussetzung für das Studium war), mietete mit Freunden eine Wohnung usw. Alle Bedenken, die mir von Eltern, Kollegen und Freunden entgegen gebracht wurden, hörte ich nicht.

Zum ersten Mal realisierte ich meine Entscheidung als ich morgens um 05.00 Uhr an der Baustelle parkte, um dort gleich mein Praktikum zu beginnen. Meine Hände wurden schweißnass, mein Herz raste. Was hatte ich gemacht? Welche Laus hatte mich geritten? Oh mein Gott, jetzt ganz alleine (als Frau) auf der Baustelle, da darf ich bestimmt nur Kaffee kochen oder Bier holen…

Plötzlich waren die Gedanken da, alle auf einmal, Panik … Doch nun gab es kein zurück…
Ich stieg mit schludrigen Knien aus dem Auto und los ging´s….

Es war die beste Entscheidung meines Lebens! Übrigens brauchte ich kein einziges Mal Bier holen oder Kaffee kochen ☺

Die meisten Fragen, die mir gestellt werden, betreffen Entscheidungssituationen.

Von meinen Klienten höre ich viele Geschichten von ihrer Entscheidungsunsicherheit. Und dann kann ich es manchmal gar nicht glauben, wie erfinderisch die Menschen sein können, um Entscheidungen einfach aus dem Wege zu gehen.
Doch selbst wenn du dich deinen Entscheidungen entziehst, abwartest oder dich treiben lässt, entscheidest du dich dafür.

Wie wirst du die Unsicherheit los? Ich rate meinen Klienten zu meditieren.

Jeden Tag triffst du unendlich viele Entscheidungen. Vielleicht fällt dir das gar nicht mehr auf, weil sie reine Gewohnheit geworden sind.

Also lass uns kurz anschauen, wie wir die meisten Entscheidungen treffen:

Die meisten Entscheidungen werden aus Gewohnheit getroffen, die aus immer wieder gleich getroffenen Entscheidungen resultieren. Sie sind eher reflexiv und bleiben meist unreflektiert.
Veränderung oder Umgewöhnung kosten zu viel Kraft und Energie. Sie sind ohne Fragen nach dem Sinn, (wozu und warum, für wen oder für was) kaum zu durchbrechen.

Viele Entscheidungen werden aus Angst getroffen: Angst vor dem Versagen, Angst vor der Zukunft, Angst vor der eigenen Schwäche. Diese Entscheidungen sind begleitet von hin und hergerissener Gedankenquälerei. Oft steckt noch ein Entscheidungsdruck dahinter.
Auch diese Entscheidungen sind reflexiv.

Noch mehr werden Entscheidungen ganz spontan aus einer Emotion heraus getroffen: Ärger, Wut, Stress, Gier, Stolz oder auch Mitleid und Sympathie. Auch diese Entscheidungen sind reflexiv und reagieren auf eine Situation ohne achtsam zu agieren.

Alle drei Entscheidungsmuster haben gemeinsam, dass sie reflexhaft sind.

Das bedeutet, sie gestalten nicht oder in den wenigsten Fällen. Sie sind weder zielführend noch findet eine Sinnverwirklichung statt.

In solchen Situationen schaust du aus einem sehr begrenzten Blickwinkel auf das Thema.
Deine Gedankenketten resultieren aus den immer gleichen Verhaltensmustern. Unter diesen Voraussetzungen wird sich dein Leben allerdings nicht sonderlich verändern können.

In solchen schwierigen Entscheidungssituationen fehlt dir Halt im Geistigen.

Es fehlt an ganzheitlicher Sicht, notwendiger Achtsamkeit für tiefere Einblicke in deine eigene Existenz – in dein eigenes Ich. Dein Ich besteht aus Körper, Geist und Seele. Alles zu berücksichtigen bedeutet eine ganzheitliche Sicht.

Ohne dem sind Entscheidungen meiner Meinung nach nicht besonders intelligent.

In solchen Situationen bin ich immer sehr dankbar für das Geschenk, intuitiv meine Entscheidungen zu treffen. Früher habe ich oft gedacht, bei mir läuft etwas falsch. Heute weiß ich es besser. Mir wird der Halt geschenkt, den Gedanken und Emotionen nie in der Lage sein werden zu geben.

Wenn du intelligente Entscheidungen treffen willst, nimm dein Herz mit hinzu.

Es ist das Tor zu deiner Seele. Dies geht besonders gut durch Meditation. Das Herz schenkt dir in seiner intuitiven Art einen ersten Impuls. Das heißt, wenn du auf dein Herz hörst, kennst du den richtigen Weg. Du gehst deinen Weg dann auch intuitiv.

Wenn du mehr über die Kraft der Intuition lesen möchtest, lies meinen Blog-Artikel über Intelligent Leadership.

Meditation kann dir bei der Entscheidungsfindung sehr gut helfen. Warum das so ist, erkläre ich dir gerne etwas später.

Zunächst jedoch möchte ich dich aus deinem Entscheidungsdilemma befreien.

Hier gibt es logischerweise keinen ersten Impulse mehr, denn den hast du schon überrannt. Und je nachdem wie festgefahren du in deinem inneren Konflikt schon bist, kannst du ihn auch nicht so schnell wieder holen. Aber keine Angst, dein Herz gibt dir in jedem Fall eine neue Chance.

Entscheiden heißt gleichzeitig loslassen.

Von einer Option wirst du dich also trennen müssen. Deshalb willst du als erstes zunächst alles loslassen.

Vergiss für einen Moment alles, was mit dem Thema verbunden ist, schmeiß am besten deine Pro- und Contras weg, stoppe deine Gedankenspirale, höre stattdessen laute Musik, tanze, gehe laufen, schwimmen oder von mir aus auch shoppen. Triff dich mit Freunden nur rede und denke nicht über dein Thema. Sorge dafür, dass es dir gut geht, dass du Spaß hast.

Deine Nachdenkpause dauert so lange, bis du dich in deiner Freude und deiner Liebe spürst.

Dann, aber wirklich erst dann setze dich gemütlich hin, (du hast immer noch alles vergessen) lass eine ruhige Musik im Hintergrund laufen oder genieße die Stille. Geh in Verbindung mit deinem Herzen, sei offen und weit. Spüre die innere Freude atme bewusst oder wiederhole in deinen Gedanken das Mantra „Gott ist Liebe“ (Ein Mantra, dass die Kraft deiner inneren Liebe und Freude präsent macht und stärkt).

Jetzt erst erinnere dich an dein Thema. Doch gib nichts vor. Lass alles kommen, sei gespannt, was geschieht. Wiederhole einfach das Mantra solange nichts geschieht. Auch wenn für längere oder lange Zeit nichts geschieht, halte dieses Ungewisse aus. Lass es Werden, lass das entstehen, was entstehen möchte. Du bist in der Haltung eines absichtslosen Zulassens. Das hört sich vielleicht seltsam an und ist anfänglich auch nicht so leicht auszuhalten.

Wie auch immer es dir am Anfang gelingt, entscheide nur, wenn es dir gut geht, wenn du dich gut fühlst.

„Entscheide dich in guten Zeiten und bleibe dabei auch in schlechten Zeiten.“ (Agni)

Wenn du dich gut fühlst, bist du in deinem Herzen und die Entscheidung wird die richtige sein.
Wenn die Zeiten danach immer mal wieder auch schlecht sind, lass dich nicht von Zweifeln und neuem Hin-und Hergedenke überrennen, stehe zu deiner Entscheidung. Es gibt kein Besser oder Schlechter, kenn Wenn und kein Aber.

Wie Meditation dir helfen kann:

  • Durch Meditation hörst du die Sprache deines Herzens und überrennst dich nicht. Dein Herz führt dich auf deinen Weg. So fördert Meditation intelligente Entscheidungen zu deinem Wohle und dem Wohl deiner
    Umgebung.
  • Meditation lässt dich Verhaltensmuster erkennen und durchbrechen.
  • Sie stellt dir einen stillen unvoreingenommenen Raum zur Verfügung, in dem du voller Vertrauen und entspannt wahrnimmst, was das Richtige ist.
  • Emotionen spielen in diesem Raum eine untergeordnete Rolle. Du steuerst sie liebevoll und lässt dich nicht von ihnen überfallen. Dadurch bleibt eine offene und weite Sicht bestehen.
  • Je tiefer du durch Mediation in dein Herz vordringst, desto größer wird der Raum, der gleichzeitig die Kraft deiner Handlung bestimmt. Denn desto tiefer du vordringst in dein inneres, desto größer ist die Kraft deiner Ausdehnung nach Außen, die sich in Energie auswirkt.
  • Meditation schenkt dir den Halt im Geistigen, den du für intelligente Entscheidungen brauchst.
  • Sie schenkt dir Vertrauen in deine Kraft, deine Potential und deinen Weg. Es gibt kein „Was wäre wenn…“. Es gibt nichts mehr, dass du falsch machen könntest, denn es gibt keinen falschen Weg. Es lohnt sich also umso mehr mit Mediation zu beginnen.Deine Kun Ya
Folge mir

Kun Ya Andrea Schmidt

Architektin und Meditationslehrerin bei Zentrum für Kan Yu
Meine Lieblingsbeschäftigung ist es das Bewusstsein für Mensch und Raum zu erweitern, und Herzen zu öffnen. Spannend und als Gnade zugleich empfinde ich es dabei sein zu dürfen, wenn meine Kunden beginnen auch die für die Augen unsichtbaren Strukturen wahrzunehmen, und erkennen, wie sich ihr Horizont damit erweitert.
Folge mir

Letzte Artikel von Kun Ya Andrea Schmidt (Alle anzeigen)

Comments

comments

Hinterlasse eine Antwort