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Angst verwandeln – Wir müssen dringend reden

Hi, eigentlich wollte ich über den Unterschied zwischen Meditation und Meditation im Kan Yu schreiben, doch meine Gedanken schweifen immer wieder von der Meditation weg und finden sich in dem Thema Angst wieder.

Die Nachrichten sind voll von Angst und Schrecken.

Das war zwar schon immer so, doch irgendwas hat sich verändert. Das Feld der Angst ist durchdringender und präsenter geworden. Es rückt immer näher. Das, was nun in der Luft liegt, ist dichter. Es überträgt sich von dem Einzelnen auf das Gesellschaftliche und lässt selbst die nicht in Ruhe, die bisher davon unberührt waren.

Eine wunderbare Chance, denn es wird das sichtbar, was unterschwellig immer schon vorhanden war. Doch nun fordert es Veränderung. Es fordert eine Veränderung in uns selbst. Wir müssen die Angst verwandeln.

Angst war schon immer ein Thema, dass die Welt beherrscht. Sie wird gezielt genutzt, um Menschen „fügig“ zu machen oder zu manipulieren.
Angst ist sehr sehr machtvoll, ob im Kleinen, in der Familie oder im Großen, in Politik und Wirtschaft. Es gibt keinen Kontext, in dem nicht die Angst zum Mittel der Manipulation geworden ist oder als Mittel zum Zweck dient.

Sie hat es immerhin geschafft, sozial anerkannt zu sein. Damit trägt der Einzelne keinerlei Verantwortung mehr und kann sie ganz leicht von sich wegschieben. Eltern, Lehrer, Politiker, Bänker, die Gesellschaft – wer auch immer gerade passt- werden zum Schuldigen ernannt.

Doch was ist Angst eigentlich?

In ihrer Grundlage ist sie ein angeborenes Gefühl, eine Emotion, die uns vor Gefahren schützt bzw. vor ihnen warnt. Angst lässt uns Kräfte bündeln, die zu Höchstleistungen führen können. Ich bezeichne sie auch als Gnade. Sie lässt sensibel in der Wahrnehmung werden und hilft in Gefahrensituationen richtige Entscheidungen zu treffen.

Wenn Angst jedoch überhand nimmt, macht sie unfrei, lähmt und ist sehr bedrückend.

Unter den verschiedensten Kategorien der unnatürlichen Ängste gibt es eigenwillige Ängste und ansteckende Ängste. Z.B. wenn jemand Angst vor Spinnen hat, vor Höhen oder vor Tieren interessiert es keinen weiter.

Ansteckend wird eine Angst dann, wenn sie Soziales betrifft, wenn Veränderung gefordert ist, wenn etwas Fremdes in die eigene Welt eindringt. Das beste Beispiel ist die Flüchtlingskrise. Ein toller Nährboden für Menschen, die Ängste für ihre eigenen Zwecke weiter schüren um immer mehr Menschen zu manipulieren. Gefährlich, denn sie bereiten die dicke Luft, der immer mehr Menschen verfallen und damit das Feld noch mehr verdichten. Aber wir können das ganze aufhalten und uns dem entgegen stellen.

Welche Chance verbirgt sich hinter der Angst?

Angst kann nur dann entstehen, wenn wir den Halt im eigenen Leben verloren haben. Für den einzelnen bedeutet dies er muss den Halt in sich selbst finden.

Wir leben in einer sich wandelnden Welt.

Die Energien des Wandels lösen bestehende Grenzen auf und fordern neue Wirklichkeiten des Zusammenlebens. Sie fordern Integration und bewegen sich hin zur Einheit, zu einem neuen Wir-Bewusstsein trotzt aller Individualität. Sie bewegen sich zu einem Verständnis von Verbundenheit und Ganzheit. Körper, Geist und Seele sind eins und werden mehr und mehr als das erkannt. Das heißt, ein unendlich offener Raum von Freiheit und Möglichkeiten entsteht.

Wir haben uns bisher mit unseren Grenzen definiert, jetzt fallen sie weg und stehen nicht mehr zu Verfügung. Es bleibt dann nur die einzige Chance den Halt in sich selbst zu finden.

Das bedingt einen Weg in die Selbstverantwortung. Den eigenen Potentialen Raum zu geben und sie zu leben. Es bedeutet Grenzen liebevoll aufzugeben und Neues aus sich selbst heraus entstehen zu lassen.

Krishnamurti hat einmal gesagt:
„Selbsterkenntnis ist der Anfang von Weisheit, die das Ende der Angst bedeutet.“

Spätestens hier kommen wir doch noch bei dem Thema Meditation an, denn in der Meditation nach Kan Yu geht es darum sich Selbst zu erkennen, seine innersten Potentiale zu schöpfen und der Welt zur Verfügung zu stellen. Dadurch füllt sich der Raum mit Liebe, die jenseits von Polaritäten und von Angst wirkt.

Auch die Gesellschaft befindet sich im Wandel

Diese Umwandlung verändert gleichzeitig die Gesellschaft. Wenn wir in eine Haltung von Selbstverantwortung übergehen und Verantwortung nicht mehr an die Gesellschaft abgeben, wenn wir uns der Gesellschaft zur Verfügung stellen und nicht von ihr die Rettung erwarten, verlassen wir die Abhängigkeit und helfen so der Gesellschaft sich aus den eigenen Abhängigkeiten zu befreien.

Wir überwinden unsere Ängste durch Erkenntnisse in Liebe. Dies wirkt sehr ansteckend auf andere, denn es macht frei. Haben wir nicht alle die Lust verloren, sich den gegebenen Zwängen zu unterwerfen? Willst du nicht auch ausbrechen aus den Gefängnissen der Angst, die andere auferlegen?

„Sich der Gesellschaft hinzugeben, die eigene Qualität und Grenzenlosigkeit mit der Gesellschaft teilen, wird ihr helfen eine neue Struktur zu finden. Alle werden davon profitieren und die Angst hat ihre Rolle erfüllt.“ Agni

Prof. Dr. Gerald Hüther schildert in einem Vortrag, wie ein angstfreies Gehirn leistungsfähiger wird und sich in der Folge weniger von Herrschaftsideologien beeindrucken lässt.

Deshalb hier mein Tipp:

Bleibe Achtsam. Lass dich nicht fangen von Feldern der Angst und Worten der Angstschürer, egal ob sie aus der Politik, der Wirtschaft, der Medizin, der Gesellschaft oder deines Freundeskreises kommen. Gib deiner Angst keinen Nährboden. Höre auf zu dramatisieren und fülle Dein Herz mit Liebe. Höre dir alles an und glaube nichts, überprüfe selbst. Überprüfe in deinem Herzen.

Je freier du von Angst wirst, desto freier wird deine Umwelt.

Verändere mit uns deine und unsere Welt. Verändere Gesellschaft.

Du brauchst den Prozess nicht alleine zu beginnen. Denn wie sagte schon Bob Marley: “Die Größe eines Menschen hängt nicht davon ab, wie viel Reichtum er erlangt, sondern von seiner Fähigkeit, andere in seinem Umfeld positiv zu beeinflussen.”

Deine Kun Ya

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Kun Ya Andrea Schmidt

Meditationslehrerin und Architektin bei Zentrum für Kan Yu
Meine Aufgabe sehe ich darin, Bewusstsein für Mensch, Raum und Verbundenheit in Liebe zu schaffen. In meiner Arbeit im Kan Yu und bei Integrale Vision empfinde ich große Dankbarkeit, wenn meine Kunden beginnen unsichtbare Energiestrukturen wahrzunehmen und ihre Potentiale zu schöpfen. Bei GesellschaftSEIN engagiere ich mich für mehr Menschlichkeit.
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